Remember, remember the Fifth of November!
Ich war sehr skeptisch als ich diesen Film neulich Abends in den DVD Spieler legte, Neutral bis Schlechtes erwartend, wohl auch, weil ich recht ahnungslos nur die plakativen Überschriften kannte: “DC Comics†(nach so ein Fantastic 4 trifft Hulk Film?), von den “Wachowski Brothers†(mit bekannten Namen um sich werfen?), ein Film-Titel der eher zu einen Kinderroman passt, und ein DVD Cover, das auf viele billige SciFi Filme passen könnte. V for Vendetta war kein Begriff fuer mich, ich war erwartungslos, und was ich schon nach wenigen Sekunden an erlebte waren 128 Minuten gefesselte Aufmerksamkeit und Irritationen. Die schnelle Identifikation mit den Figuren und der Geschichte lag wohl auch daran, dass der Film in London spielt, mit vielen bekannten englischen Schauspielern (John Hurt, Stephen Fry, Stephen Rea), und einem England, das zu einem fiktiven totalitären Staat verkommen ist. Fiktiv? Aktuelle Tendenzen wie “Spin-doctorsâ€, die uns die politische Blair-Wahrheit verdreht verkaufen wollen gibt es ebenso wie hunderte von CCTV Kameras, eine fast an jeder Ecke. Gerade heute wurde in den Nachrichten ein Bericht gesendet, dass nun Parktickets (dt: Knöllchen) mit Hilfe von CCTV Kameras und Videobeweis nun offiziell vergeben werden dürfen. Manch Lieferant kriegt so nun bis zu 12 Knöllchen am Tag, und muss die Kosten in seine Preise mit einrechnen.
Den Inhalt hat www.moviereporter.net besser zusammengefasst als ich es je könnte, hier ein Auszug:…. vor dem Hintergrund eines fiktiven totalitären Staates im Großbritannien der Zukunft, erzählt “V wie Vendetta” die Geschichte einer jungen Frau aus der Arbeiterklasse namens Evey (Natalie Portman), die von einem maskierten Mann (Hugo Weaving), der unter dem Pseudonym “V” bekannt ist, aus einer lebensbedrohlichen Lage gerettet wird. V hat sein Leben der Befreiung seiner Mitbürger von jenen verschrieben, die sie bis zur vollkommenen Gleichgültigkeit terrorisiert haben. Aber er ist auch ein verbitterter, rachsüchtiger, einsamer und brutaler Mensch, der von seiner persönlichen Vergeltungssucht getrieben wird. In seinem Bestreben, die englischen Bürger von der Korruption und Grausamkeit der Regierung zu befreien, verdammt er die tyrannische Natur der Führungsriege und fordert seine Mitbürger auf, mit ihm am 5. November – dem traditionellen Guy Fawkes Day – vor das Parlament zu ziehen…
Genug, ich will nicht zuviel verraten, aber V (oder Guy Fawkes?) ist ein Held, ja, ein Terrorist, ein Freiheitskämpfer, also doch du oder gar ich? Noch im Film beginnt die persönliche und innerliche Diskussion mit und über seine eigenen Werte, besonders brisant vor den aktuellen Konfrontationen staatlicher Gewalten und radikalen Minderheiten.
Harter Bilder stellenweise, sehenswert und hörenswert, denn Hugo Weaving steckt immer hinter seiner Guy Fawkes Maske, drückt sich jedoch beeindruckend in Gestik und vor allem Worten aus, daher mein Rat: wenn möglich auf Englisch anschauen! Schon in „The Matrix“ war sein Tonfall und Aussprache als Agent Smith einfach umwerfend.
Natalie Portman – SUPER. Es läuft mir immer kalt den Rücken herunter wenn eine schöne Frau und grosse Schauspielerin brutal den Kopf kahl geschoren bekommt, um hinterher dennoch so attraktiv auszusehen wie eine Zwillingsschwester von Sinead o’Connor. Eine klasse schauspielerische Leistung, und bewegend.
Wer Twelve Monkeys mit Bruce Willis mochte, wer durch Bücher und Filme wie George Orwells “1984″, Ray Bradburys “Fahrenheit 451″ oder Richard Fleischers Soylent Green (mit Charlton Heston) beeindruckt war und nachdenklich wurde, sollte „V for Vendetta“ nicht verpassen.
Einen Trailer (mit englischen Sound) kann sich jeder vorab hier anschauen
www.youtube.com/watch?v=8Ef47JID0Ao
Remember, remember the Fifth of November!
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