Nummernschild international

2 10 2006

SimbaPlate.jpgMein persönliches Auto-Nummernschild, in England ist es flexibeler zu gestalten als in Deutschland. Und es schafft Arbeitsplätze.

Wer hat nicht schon bei der Zulassungsstelle nach seinem persönlichen Nummernschild gesucht. Namenskürzel (von sich selbst, seinem Verein oder Arbeitgeber) oder Geburtstage sind die beliebtesten Variationen. Der Rahmen des erlaubten ist aber sehr eng, und es wird schnell langweilig, man kann vielleicht noch eine D EG hinkriegen, oder 8888, aber das war es dann auch schon fast.

Der grosse Unterschied ist: Deutsche Nummernschilder geben Klarheit über den Ort der Zulassung, hilfreich um Gebietsfremde zu erkennen. Englische Nummernschilder hingegen weisen in erster Linie auf das Alter des Wagens hin, nicht wo es Zugelassen wird. Bis vor 5 Jahren besagte der erste Buchstabe, wann der Wagen zum ersten Mal zugelassen wurde, die Zeichenfolge war z.B: A123 BCD, ein „S“ an erster Stelle z.B. kennzeichnete einen Wagen der Anfang 1999 zugelassen wurde. Aktuell ist die neue Zeichenfolge AB56 BCD, wobei das 56 das erste Zulassungsdatum anzeigt, „56“ steht für zweite Hälfte 2006, „07“ steht dann bald für erste Hälfte 2007. Ich habe gefragt, warum die 0 und 5 gewählt wurde um die Jahreshälften zu unterscheiden, die Antwort war einleuchtend, wenn auch nicht einfach: 06 = 2006/1 und 56 =2006/2, später kommt dann 15 für 2015/1 und 65 für 2015/2, damit das System noch Jahrzente funktioniert, denn 95 ist dann 2045/2. Verstanden?

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Das schöne hier ist, dass alle alten Nummernschilder und Variationen weiter genutzt werden können, man darf nur eines nicht: seinen Wagen jünger erscheinen lassen als er ist. So sind Schilder von vor 30 Jahren noch zu finden, was dann zu sehr interessanten persönlichen Variationen führen kann. Fuer eine gerechte Verteilung dieser „Kostbarkeiten“ sorgt der Markt, durch direktem Verkauf oder Auktionen, bei denen an unterschiedlichsten Orten das gewünschte Schild ersteigert werden kann.

Die Preise sind sehr unterschiedlich: das teuerste was ich gefunden habe war für 160.000 GBP zu haben, eine Viertel-Million Euro. Es ist im Juli 86 ersteigert worden, es lautete „1A“. Das Nummerschild „1 RR“ (RR steht meist fuer Rolls Royce) war schon mit 80.000 GBP deutlich günstiger, „2RR“ dann richtig billig für nur 8.000 GBP. Wer will schon nur der Zweite sein. Den Namen meines Hundes „SIMBA“ gab es für stolze 12.600 GBP. Hierbei handelt es sich um „S1 MBA“ aus dem Jahr 99.

Wenn sie mal einfach nur suchen oder Zusammenstellen wollen, gehen sie zu
www.dvla-som.co.uk/home und durchsuchen vergangene Auktionen. Es macht Spaß zu stoebern und ist ein blühender Handel, und schafft tausende von Arbeitsplätzen in England, meist florierende Ich-AGs.

Vielleicht sollten deutsche Behörden auch ein bisschen Spaß zur Ankurbelung der Tauschwirtschaft erlauben, indem sie ihre strengen und oft langweiligen Richtlinien einfach mal etwas lockern.

PS1: mir gehoert nur SIMBA der Hund, nicht das Schild. Schade eigentlich.

PS2: dieser Beitrag schaffte es in den Print am

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