In Israel musste gerade ein General nach scharfer Kritik am Libanonkrieg zurücktreten, hier in London wird das Verhalten von Police Constable Alexander Omar Basha heiss diskutiert.
Was war geschehen? Basha, ein englischer Polizist von Scotland Yard’s Diplomatic Protection Group, wurde zum Schutz der israelischen Botschaft in London eingeteilt. Während der Auseinandersetzungen im Libanon, bat er aus moralischen Gründen um seine Versetzung.
Basha ist Muslim, sein Vater Syrier und seine Frau Libanesin. Dies macht ihn sicherlich nicht zum Risiko, vielleicht sind es sogar Attribute eines Polizisten, der hervorragend für andere Einsätze geeignet ist.
Aber darf ein Polizist sagen: das mag ich nicht, das will ich nicht, da fühle ich mich unwohl, meine Überzeugung und mein Herz sind nicht mehr dabei?
Auf der einen Seite habe ich etwas Verständnis, auch in privaten Berufszweigen sollte ein Arbeitgeber für die Karrierewünsche seiner Mitarbeiter zumindest ein offenes Ohr haben. Will ich im Ausland arbeiten? Möchte ich mich Diversifizieren? Alles angemessene Fragen die ich offen mit meinem Arbeitgeber diskutieren können sollte.
Aber ein Polizist? Darf er sich aussuchen, wen er festnehmen will, oder gar erschießen muss? Seine Messlatte darf doch nur das Gesetz sein, und davor sind alle gleich. Er darf hier sein Handeln, insbesondere sein übertragenes Machtmonopol, nicht individuell gestaltet einsetzen.
Darf ein Polizist sagen: ich möchte die israelische Botschaft nicht beschützen. Ich meine, im akuten Einsatz darf dies keine Rolle spielen, die Polizei muss auch oft genug verurteilte Kriminelle vor Gericht schützen, da kann man nicht sagen, diesem Kinderschänder helfe ich jetzt nicht. Glaubens oder Rassenfragen dürfen hier keinerlei Rolle im Verhalten spielen. Aber dies gilt für den aktuellen Einsatz.
Sensibeler könnte aber die Vorbereitung des Einsatzes selber sein. Sicherlich dürfen die Behörden nicht aufgrund Glaubens oder Vorlieben ihrer Polizisten ihm seine Aufgaben vorschreiben, oder NICHT-zuteilen, dazu leben wir in einer viel zu politisch korrekten Gesellschaft.
Aber könnte man nicht die Sorgen und Bedenken der Beamten im Vorfeld besser berücksichtigen? Wenn ich keine Hunde mag, warum sollte ich zur Hundestaffel? Wenn ich politische Bedenken habe, warum sollte ich Botschaften beschützen? Wenn ich schnelle Motorräder liebe, warum sollte ich Geschwindigkeitskontrollen durchführen müssen.
Und Constable Basha? Versetzt ihn doch zum Buckingham Palace.
Ein schwieriges Gebiet der Einschätzungen und Balance, denn wir wollen ja auch keine gefühlslosen Polizisten „züchten“, oder gar RoboCop?
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