Das Bonusknoellchen

18 02 2007

Bonusknoll15075.jpgOb beim falsch Parken, zu schnell Fahren oder gar kaputtem Abblendlicht, taeglich hageln tausende von Strafmandate auf uns Autofahrer nieder. Man hat oft den Eindruck, regelrecht in Fallen gelockt zu werden um uns kaltbluetig abzuzocken. Neutral gesehen muss man jedoch meist eingestehen, ich werde zu recht bestraft, ich habe etwa falsch gemacht.
Aber was einem nach einigen Jahrzehnten Fahrpraxis richtig nervt, und manchmal ganz sauer aufstoesst, ist dass man immer NUR bestraft wird. NIE lobt mich das Rechtsorgan, auch wenn ich 10 Jahre nicht zu schnell und 3 Jahre knöllchenfrei gelebt habe.

In fast allen Lebenslagen und Aktivitäten werden wir belohnt und bestraft, aber das einzige Lob, welches uns der Rechtsstaat gibt, ist keine Strafe zu verhängen wenn wir alles richtig machen. Wie kreativ ist das denn? Wer macht schon alles immer richtig.

Werbeaktionen dienen dazu, den Kunden zu binden, ein positives Verhaeltniss zu schaffen, und viele „Dauerbelohnungen“ verfolgen genau dieses Ziel: Rabattmarkenheftchen, „buy 2 get 1 free“ oder die Bonusmeilen bei Lufthansa sind bekannte Beispiele. Auch der Schadensfreiheitsrabatt bei der Versicherung ist nichts grundlegend anderes.

Ich finde, unser allmaechtiger Staat, seine Polizei und die Aufsichtsbehörden, könnten auch Mal etwas Lob austeilen, auch um damit ihr raffgieriges Image etwas aufzupoliert.

Das Bonusknöllchen ist mein Vorschlag.

Dieses soll nun nicht den Falschparker entlasten, nach dem Motto: Parke 3x falsch, und dir wird einmal verziehen, NEIN, es sollte ein Dank sein das Richtige getan zu: parke 1 Jahr lang ohne Knöllchen, dann hast du eines Frei, oder: fahre 1 Jahr nicht zu schnell, und du kriegst wenn es denn doch mal passieren sollte eine Bußgeldstufe niedriger berechnet. Der positiven Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, und ohne das gleich Chaos im Verkehr ausbricht.

Das Bonusknöllchen wird verhindern, dass eine kleine, ansonsten unuebliche Unachtsamkeit nicht gleich mit der vollen Härte bestraft wird, und die Regeln könnten so formuliert werden, dass bei „Erstsündern“ nun wirklich Mal ein Auge zugedrückt werden kann. Denn sogar der freundliche Bankräuber erhält eine mildere Strafe, wenn es sein erster Versuch war.

Wir müssen aufhoeren uns klammheimlich darüber zu freuen, die Politesse „reingelegt“ zu haben und nicht erwischt worden zu sein, denn dies ist der erste Schritt den letzten Respekt vor unserem Staatssystem zu verlieren. Es darf kein „Sport“ werden, den Staat zu hintergehen, denn was dann kommt, ist wirklich nicht mehr lustig.

Das jährliche Bonusknöllchen würde mir helfen, begangene Fehler eher zuzugeben, denn eines bleibt: falsch Parken ist falsch Parken, und zu schnell bleibt zu schnell. Aber der Staat beweist mir dann auch, dass er gelegentlich 5 gerade sein lassen kann.

Was meint ihr?


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