Stone Dog – ein Hund aus Stein

26 09 2009

On a sunny Saturday morning, a look through the kitchen window

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Have a great weekend





Ich habe Tamiflu

25 09 2009

Meine ganz persönliche Erfahrung mit der Schweinegrippe

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Hier in England läuft ja so einiges im Gesundheitssystem anders als in Deutschland. Ich habe bisher recht gute Erfahrungen gemacht. Ja, es dauert alles etwas länger, und vielleicht ist es in manchen Ecken etwas schäbiger, aber mit der nötigen Geduld und Erdnähe, ertragbar.

Ich mag das englische NHS Konzept, eine Volksversicherung fuer alle, nix Kasse oder Privat, am Anfang kriegen alle (wirklich alle, auch Turisten) so ungefähr gratis das Gleiche geboten, eine einheitliche Basisversorgung. Dies ist dann mit privaten Zusatzversicherungen manchmal deutlich luxuriöser gestaltbar. Aber dies ist ein anderes Thema.

Ich hatte Fieber, Kratzen im Hals, Kopfschmerzen und Duennschiss, die Symptome also einer normalen Grippe, die eigentlich mit bewährten Hausmitteln wie Wick MediNight, DayMed und Immodium schnell in den Griff zu kriegen sind. Diesmal half es wenig, ich brauchte verschreibungspflichtige Geschütze, aber meinen GP (Hausarzt) konnte ich nicht besuchen, denn an der Eingangstuer stand auf einem grosser Warnschild in dicken Buchstaben geschrieben:

Wenn sie Grippesymptome haben, gehen sie nach Hause, gehen nicht über LOS, und rufen sie nicht mich, sondern erst einmal die National Pandemic Flu Helpline oder besuchen sie deren Website. Go home und gute Besserung.

Ich hatte das Schild schon vor Wochen gesehen, und es ist auch ausfuerhlich durch die Medien getrieben worden. Der Hintergrund: England hat eine fuer Europa hohe Häufigkeit an Schweinegrippen Infektionen. Hier ein paar Zahlen(as of 9.August 2009)

UK: 12.470
Frankreich: 880
Deutschland: 9.213
Spanien: 1.538
Italien: 1.238

http://en.wikipedia.org/wiki/2009_flu_pandemic_tables (9.August 2009)

Die GP-Praxen (GP steht fuer General Practicioner) wurden nicht nur von Patienten, die durch die Medien in Panik versetzt wurden, überrannt, sondern deren Warteraeume entwickelten sich auch zu beliebten Brutkästen des Influenza A(H1N1)2009 Virus, wie die Schweinegrippe richtig heißt.

Also begebe ich mich als geübter Blogger auf besagte Webseite, und beantworte geduldig gut 15 Fragen. Klug gemacht, es befanden sich auch Fangfragen darunter wie zB: verspüren sie einen starken Schmerzen in ihrer Brust, denn auch ich wies: ein Herzinfarkt laesst sich nicht mit Tamiflu behandeln.

Aber ich habe wohl alle Fragen so beantwortet, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass ich eine Grippe habe, und nichts anderes. Und da die einzige Grippe im Land derzeit die Schweinegrippe ist, wurde ich zum “Schweinegrippenverdachtsfall” erklärt. Fast hätte ich erwartet gleich rückt mit lautem Tatütata ein Löschzug der Feuerwehr an und die Jungs springen in ihren ABC-Schutzanzügen schwitzend aus dem Wagen um mich in Sicherheit zu bringen, oder gar aus dem Verkehr zu ziehen?

Nichts dergleichen. Alles was ich erhielt war eine lange Genehmigungsnummer, mit der bei den dezentral gelegenen “antiviralen Ausgabestellen” ein Päckchen Tamiflu für Patient Bleiglass abgeholt werden kann. Ich wurde auch deutlich darauf hingewiesen, nicht selbst dorthin zu gehen, sondern einen Vertreter zu schicken. Das ganze klang so, als ob über der Apotheke 2 Kampfhubschrauber kreisten, aber meine Frau empfand es dann doch als ganz normalen Besuch in unserer Apotheke.

Ja, und nun habe ich Tamiflu und meine Schweinegrippe online besiegt.